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 Fragen zur Intensivstation

Die Intensivmedizin macht vielen Patienten und Angehörigen Angst. Gründe dafür sind zum einen der lebensbedrohliche Zustand, der eine Einweisung auf die Intensivstation nötig macht oder eine schwere Operation, und zum anderen die spezielle Umgebung auf einer solchen Station.

Viele Fragen tun sich auf, wir wollen versuchen einige zu beantworten.

Wer ist auf einer Intensivstation tätig?
Auf dieser Station bemühen sich Ärzte und Pflegepersonal aber auch Physiotherapeuten, medizinisch- technische Mitarbeiter (z.B. für Röntgenuntersuchungen) und Reinigungspersonal um die Patienten. Die Intensivstation weist mehr Personal als eine normale Krankenstation auf.

Wodurch zeichnet sich eine Intensivstation außerdem aus?
Auf der Intensivstation können die Patienten egal ob Tag oder Nacht besonders überwacht, gepflegt und behandelt werden. Das Personal, welches auf dieser Station arbeitet, ist  besonders geschult.

Wer informiert mich wenn ich Fragen habe?
Die Ärzte werden Sie auf Wunsch über den momentanen Zustand informieren. Wenden Sie sich mit Fragen auch an das Pflegepersonal, sie stehen durch ihre Tätigkeit in besonders engem Kontakt mit dem Patienten. Für die Weitergabe von Informationen innerhalb der Familie, ist es sinnvoll einen Ansprechpartner zu wählen, der telefonisch und persönlich mit dem Personal der Intensivstation Kontakt hält.
Die Mitarbeiter einer Intensivstation tragen häufig, egal welcher Berufsgruppe sie angehören, die gleiche Arbeitskleidung. So ist es für Sie nicht leicht zu erkennen wer welche Aufgabe auf der Station erfüllt. Fragen Sie nach.

Wie lange muß man auf der Intensivstation bleiben?
Diese Frage läßt sich nicht immer beantworten. Nach einer Operation kann eine kurzzeitige Überwachung aber auch ein Aufenthalt von mehreren Tagen nötig sein.
Nach lebensbedrohlichen Notfällen (z.B. Herzinfarkt) müssen Störungen  wichtiger Körperfunktionen behoben werden. Viele Komponenten wie Laboruntersuchungen und Erfolg von Therapien entscheiden über eine Verlegung auf die Krankenstation.

Wozu die vielen Geräte?
Auf der Intensivstation gibt es Geräte zur Überwachung der Körperfunktionen, zur Unterstützung gestörter Organfunktionen und Infusionspumpen die kontinuierlich Medikamente verabreichen.

Überwachung
Jeder Patient auf der Intensivstation wird an einen Monitor angeschlossen. Dies geschieht mit Elektroden, die auf dem Oberkörper schmerzfrei befestigt werden (ähnlich wie bei einem EKG) und anderen Meßfühlern.
Nun läßt sich die Herzfunktion, der Blutdruck und der Sauerstoffgehalt des Blutes ständig überwachen. Auf einem Bildschirm kann man die Werte, in Form von Zahlen und Kurven, ablesen.

Unterstützung gestörter Organsysteme
Hierzu zählt z.B. das Beatmungsgerät oder ein Gerät zur Dialyse (ersetzt die Nierentätigkeit).
Bei viele Patienten muß die Atmung unterstützt werden. Dazu liegt ein dünner Schlauch, über Mund oder Nase eingeführt, in der Luftröhre. Dieser ist mit der Beatmungsmaschine verbunden und sorgt so für ausreichend Sauerstoff. Verbunden mit einem Beatmungsgerät, können die Patienten in einem künstlichen Koma oder auch wach sein.  Oft wird der Schlauch dann als unangenehm empfunden, da er ein Fremdkörper ist, jedoch schmerzt er nicht. Der wache Patient kann mit dem Schlauch nicht sprechen, doch durch Zeichensprache und Schreibtafeln kann man sich verständigen.

Infusionspumpen
Sie verabreichen Medikamente kontinuierlich, über einen gewissen Zeitraum, in genau errechneten Einheiten, die jeder Zeit geändert werden können.

All diese Geräte geben bei kleinsten Veränderungen Alarm. Dies deutet häufig auf eine besondere Situation hin, selten wird dadurch eine akute Gefahr angezeigt.
Die Intensivmedizin wird auch als Apparatemedizin bezeichnet. Sie beruhigt und ängstigt gleichermaßen Patienten und ihre Angehörigen. Doch denken Sie daran Fragen zu stellen, um Sicherheit zu gewinnen.

Sind Besuche erlaubt? Was kann man mitbringen?
Der Genesungsprozeß wird durch den persönlichen Kontakt der Familie wesentlich gefördert. Die Dauer eines Besuches sollte sich nach der Verfassung des Patienten richten. Nicht mehr als 2 Personen sollten einen Besuch abstatten. Ob Kinder die Station betreten können, ist mit dem Pflegepersonal abzustimmen. Dies hat zwei Gründe: Kinderkrankheiten können an die Patienten übertragen werden und auch die psychische Belastung der Kinder sollte überdacht werden.
Viele Intensivstationen geben Besucherzeiten aus. Mit Absprache können diese umgangen werden, jedoch ist dann mit Wartezeiten zu rechnen, da  zu dieser Zeit Untersuchungen, Visiten und die pflegerische Betreuung im Vordergrund stehen.
In Absprache können persönliche Dinge (z.B. Hygieneartikel, Bilder, Musikkassetten oder CD´s) und auch Nahrungsmittel, auf die Intensivstation mitgebracht werden. Aus hygienischen Gründen, können Blumen nicht akzeptiert werden.

Wenn der Patient ansprechbar oder bewußtlos ist.
Ist ein Patient ansprechbar sollten Sie ihm das Gefühl geben, weiterhin ein Mitglied der Familie oder des Freundeskreises zu sein. Erzählen Sie über Ereignisse die sie beispielsweise zu Hause erleben, wie Kinder oder Enkel sich entwickeln oder was der Verein als nächstes plant.
Das Gefühle wie Angst oder Verzweiflung aufkommen, läßt sich oft nicht vermeiden, sie sollten jedoch kontrolliert werden.
Das auch ein bewußtloser Patient seine Umwelt wahrnimmt, davon geht das Personal einer Intensivstation aus. Die Patienten werden mit Namen angesprochen und auch sie werden über anstehende Maßnahmen informiert.
Viele Patienten berichten, daß sie ihre Angehörigen trotz Bewußtlosigkeit oder  medikamentösen Schlaf durch Hören, Fühlen und Geruch wahrgenommen haben.
Sie brauchen keine Angst haben Ihren Angehörigen zu berühren. Sie können die Hand halten oder die Wange streicheln. Erzählen Sie von zu Hause oder lesen sie aus der Zeitung / einem Buch vor. Vielleicht haben Sie die Möglichkeit, eine Kassette mit Grüßen der Familie oder Freunden zu bespielen, um sich diese gemeinsam anzuhören.
Wenden Sie sich an das Pflegepersonal wenn Sie Hilfe benötigen im Umgang mit dieser Situation, man wird Ihnen gern behilflich sein.